Textauszug:"Was sollen Strafen oder die Entziehung von Stimmrechten für Euro-Pleitestaaten bewirken? Die politischen Akteure wissen doch genau, dass Bußgelder im Pleitefall kontraproduktiv sind und niemandem aus der Krise helfen. Als vorsorgliche Maßnahme zur Pleite-Verhinderung taugen Strafandrohungen ebenso wenig, wie die Erfahrungen lehren. Pleitestaaten bestrafen sich ohnehin selbst, weil sie für neue Staatsanleihen auf den Finanzmärkten erheblich höhere Zinsen in Kauf nehmen müssen als Länder, die finanziell und wirtschaftlich besser dastehen. Wozu also das Ganze? Es geht darum, den privaten Investoren und Anlegern Sand in die Augen zu streuen. Denn u.a. sie sollen künftig als Inhaber von minderwertigen Staatsanleihen kräftig bluten (was aus ökonomischer Sicht übrigens völlig in Ordnung geht). Wenn es dann soweit ist, möchten die Staatslenker doch wenigstens den drohenden Zeigefinger gezeigt haben, den sie jetzt schon bei jedem Staatstreffen medial in die Luft halten." |